Lehrerin der Gesamtschule Öjendorf Ich koordinierte im Schuljahr 2007/2008 die Berufsorientierung für unseren vierzügigen Jahrgang 10 an der Gesamtschule Öjendorf und war sehr erfreut über eine Einladung zu einem Workshop der Koordinierungsstelle Ausbildung gleich zu Beginn des 10. Schuljahres. Es gelang mir, die Klassenlehrer/innen der Parallelklassen von der Wichtigkeit dieser Veranstaltung zu überzeugen, so dass wir geschlossen diesen interessanten Workshop besuchten. Interessant deshalb, weil sich dadurch für uns eine neue Perspektive auftat, wie es gelingen könnte, die relativ große Gruppe von Schüler/innen mit einer Hauptschulprognose davon abzuhalten, zwei weitere Jahre auf einer Fachschule zu „parken“ oder die 10. Klasse zu wiederholen, um den Zensurendurchschnitt zu verbessern, was bei den meisten Hauptschülern nicht gelingt, weil sie ohnehin schulmüde sind, jedoch sich nicht zutrauen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Sehr sinnvoll war der nächste Schritt, dass nämlich unsere Ansprechpartnerin, Frau Anders, das Unterstützungsangebot für die Schülerinnen und Schüler mit Hauptschulprognose in unserer Schule vorstellte, da jemand von außen meistens bei den Jugendlichen mehr Gehör findet als die Klassenlehrer/innen, die ihre Schüler schon seit der 5. Klasse pädagogisch „bearbeiten“. Die Resonanz war groß bei den Schülern, was dazu führte, dass sich einige schon am selben Tag einen Termin für ein Beratungsgespräch bei Frau Anders holten. Dabei spielte sicherlich eine wichtige Rolle, dass ihnen nun die Ansprechpartnerin persönlich bekannt war, die sie bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützen würde. Im weiteren Verlauf des 10. Schuljahres holten sich 42 Schüler (von 100) einen Beratungstermin. Manche hatten schon konkrete Berufsvorstellungen und erhielten professionelle Hilfe bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen sowie Adressen von Firmen, die einen Ausbildungsplatz anboten. Viele Schüler/innen wurden über einen längeren Zeitraum von Frau Anders betreut. Nicht jede Bewerbung führte zum Erfolg. Doch es zeigte sich, dass diejenigen Jugendlichen, die sich von einer Absage nicht enttäuschen ließen, sondern beharrlich einen neuen Anlauf nahmen, schließlich zum Ziel kamen. So hat zum Beispiel eine Schülerin aus meiner Klasse, die fast zehn Monate von Frau Anders betreut wurde, ganz zum Schluss doch noch einen Ausbildungsplatz in ihrem Traumberuf (Medizinische Fachangestellte beim Kinderarzt) gefunden. Ein wichtiges Prinzip ist die Eigeninitiative der Schülerinnen und Schüler. Nach dem Erstkontakt in der Schule, mussten sie sich selbstständig um Termine in der Koordinierungsstelle Ausbildung kümmern und diese dort wahrnehmen. Es war jedoch hilfreich, dass wir Klassenlehrer/innen uns von den Schülern die Termine für die Beratungsgespräche nennen ließen und dadurch stets auf dem Laufenden waren. Außerdem mussten die Schüler/innen nach einem Beratungsgespräch ein Kurzprotokoll über das Ergebnis und über weitere Verabredungen anfertigen, mit uns durchsprechen und anschließend im Berufswahlpass abheften. So dokumentierten sie ihre Schritte auf dem Weg in eine betriebliche Ausbildung. Ebenfalls hilfreich war der kontinuierliche Austausch zwischen der Koordinierungsstelle Ausbildung und unserer Schule. Wir erhielten die Ergebnisse aus den Beratungsgesprächen und gaben unsererseits eine Rückmeldung über Veränderungen der Berufswünsche bei unseren Schülern. Dies war zwar mit einem gewissen Aufwand verbunden, aber für beide Seiten unerlässlich. Rückblickend kann ich sagen, dass die Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle Ausbildung außerordentlich fruchtbar war und mir sehr geholfen hat, meine Schüler/innen auf dem Weg in eine Ausbildung im Anschluss an die Schule zu unterstützen. Ich bedanke mich herzlich für die gute Zusammenarbeit und wünsche dieser sinnvollen Einrichtung für die Zukunft noch mehr Resonanz und Zuspruch in den Schulen. |